Jambo Stone Town

Jambo Stone Town

Eine Reise in die Vergangenheit, die man auch in Zukunft nicht vergisst? Dann ist Sansibars Altstadt Stone Town ohne Frage eine Option. Stone Town gehört zu diesen bezaubernden Orten auf der Welt, dessen Besuch Vorstellungen mittelalterlichen Lebens in einer arabisch-muslimischen Welt nährt. Es ist die Begegnung mit ihren in traditionellen Gewändern gekleideten und inmitten kolonialer Architektur lebenden Menschen. Aber auch die besondere Kultur verschmolzener Elemente unterschiedlicher Lebensweisen der afrikanischen, arabischen, indischen und europäischen Welt.

Diese einzigartige kulturelle Mischung und ihre bewegte Geschichte hat Stone Town daher zu einem schützenswerten Weltkulturerbe der UNESCO gemacht. Sie ist sehenswert und erlebenswert. Sie lädt ein, durch die engen Gassen zu schlendern, prunkvolle Herrschaftshäuser und Gärten zu besuchen, auf den Basaren zu stöbern und den verlockenden Gerüchen süßer Gewürze zu folgen.

Ein Spaziergang in die Vergangenheit

Ein Spaziergang führt vorbei am Sultanspalast, in dem heute das „Palace Museum“ untergebracht ist. Geschenke früherer Staatsoberhäupter aus aller Welt füllen die hoheitlichen Räume. Und sogar die Lebensgeschichte einer Prinzessin ist dokumentiert, die einst einen deutschen Geschäftsmann heiratete.

Gleich neben dem Sultanspalast befindet sich das „House of Wonders“, das dem Sultan als Zeremonienpalast diente. Es heißt, es war 1883 Ostafrikas erstes Gebäude überhaupt, das Elektrizität und durch Stahlrohre fließendes Wasser vorhielt. Heute beherbergt es das Nationalmuseum.

Der groß angelegte Sklavenhandel war zu dieser Zeit bereits vorbei. Spuren davon sind heute vor allem noch am Sklaven-Memorial und im Sklaven-Museum zu finden. Die „Anglikanische Kathedrale“ sollte diesen menschenverachtenden Teil der Geschichte vergessen machen. Sie wurde daher auf dem Platz des alten Sklavenmarktes erbaut, mit einem Altar an der Stelle des Prangers.

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Interessant ist auch das um 1700 errichtete „Old Fort“. Seine Bestimmung als Verteidigungsfestung änderte sich über die Jahrhunderte mehrmals. Mal war es Gefängnis, mal Marktplatz und angeblich sogar mal Tennisplatz. Heute ist es ein Kulturzentrum mit einem Open-Air-Amphitheater für Tanz- und Musikshows.

Direkt vor dem Old Fort befinden sich die „Forodhani Gardens“. Sie gelten als die abendliche Flaniermeile zwischen dem Hafen und der Altstadt. Von hier kann man die Dhows mit ihren auffallend großen trapezförmigen Segeln bewundern. Ruhig und harmonisch schippern sie durch sanfte Wellen vor dem Licht der untergehenden Sonne. Hier ist es auch, wo jeden Abend Gar- und Grillküchen positioniert und Holzkohlefeuer entfacht werden, um Touristen und Einheimischen gleichermaßen ein unwiderstehliches Angebot an lokalen Spezialitäten aus frischem Fisch und Meeresfrüchten zu bieten.

Ein Besuch Stone Towns ist ohne Frage wie das Eintauchen in die Erzählungen aus 1001 Nacht. Wahre Geschichten und Legenden aus einer für uns exotischen Welt machen jeden Moment hier so einzigartig. Folgt darauf noch die kulinarische Verführung, fühlt man sich endgültig entwaffnet und bereit, sich den Reizen dieser Stadt willenlos hinzugeben. Empfehlenswert also, hier auch eine Nacht zu verbringen, um den Rausch der Eindrücke auszuschlafen.

Juan Proll
Juan Proll

Juan Proll lebt seit 2011 im südlichen Afrika und arbeitet als zertifizierter Nature- und Cultural Guide in Südafrika, Botswana und Namibia für Elefant-Tours und seine Tochterfirmen. Nach einer früheren Laufbahn als Lehrer für Erwachsenenbildung in Deutschland tauschte er das Klassenzimmer gegen die Wildnis. Neben seiner Tätigkeit als Guide schreibt er für die Blogs von Elefant-Tours über Natur, Kultur und nachhaltiges Reisen. Juan ist Mitglied der Field Guides Association of Southern Africa (FGASA) und Autor der Bücher „Ich werd’ dann mal Ranger“ und „Das Safari-Lesebuch“. Über seine Ausbildung berichtete das Magazin DER SPIEGEL.

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